Präeklampsie

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NUN-Algorithmus: hypertensiver Notfall

Die Präeklampsie gehört zu den hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen und kann rettungsdienstlich vor allem in ihrer stärkeren Ausprägung als hypertensiver Notfall auftreten.

Ursache

Als Ursache für eine Präeklampsie wird eine fehlerhafte Entwicklung der Gefäße in der Plazenta vermutet, die zu einer Minderperfusion und einer daraus resultierender Ischämie führt. Im Rahmen einer endothelialen Dysfunktion können alle Gefäßsysteme der Mutter betroffen sein.

Symptome

Je nach betroffenem Organ (Funktionseinschränkungen von Niere, Leber, respiratorisches System, ZNS, hämatologisches System) sind die Symptome der Präeklampsie sehr vielfältig.

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hypertonie
  • Oligurie
  • Dyspnoe
  • Thoraxschmerz
  • visuelle Beeinträchtigungen wie Augenflimmern oder Gesichtsfeldausfälle

Im Rahmen der Präeklampsie kann es zum hypertensiven Notfall kommen, welcher die bekannten Symptome bietet. Bei Schwangeren kommt es bereits bei einem Blutdruck von > 160/110 mmHg zu einer schweren Hypertonie mit Ausbildung von
Symptomen. Diese sollten dann, anders als bei nicht-schwangeren Frauen, umgehend behandelt werden.

Klinisch lässt sich eine Präeklampsie anhand eines erhöhten Blutdrucks von > 140/90 mmHg, einer Proteinurie > 300 mg/dl und eines erhöhten Protein/Kreatinin-Quotient > 30 mg/mmol feststellen.

Therapie

Die rettungsdienstliche Behandlung erfolgt symptomorientiert. Bei hypertensiven Notfall kommt Urapidil zum Einsatz, im Falle eines Lungenödems wird mit Glyceroltrinitrat und Furosemid behandelt.

Medikamente

  • Urapidil: 5 mg i.v. als Initialbolus (Erhöhung bis 50 mg möglich)
    Ablauf: titrieren → RR messen → Gabe alle 5 Minuten wiederholen
  • Glyceroltrinitrat: 2 Hübe = 0,8 mg s.l. (ggf. Steigerung auf 1,6 mg)
  • Furosemid: 20 mg i.v. (ggf. Steigerung auf 40 mg)

Quelle

Zuletzt aktualisiert am 24. August 2021 von Luca H.

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