Ovarialtorsion

Die Ovarialtorsion ist eine Drehung des Eierstocks (Ovars) um die eigene Längsachse, auch Stieldrehung genannt, in deren Folge es zur Strangulation der versorgenden Gefäße und im schlimmsten Fall zum Gefäßuntergang durch Minderversorgung kommt.

Zu ¾ kommt dies bei Frauen im reproduktiven Alter vor, zu ¼ bereits im Kindesalter. Es ist das Gegenteil der Hodentorsion beim Mann, durch die Innenlage der Organe aber deutlich schwerer zu diagnostizieren.

Ursache

Die Ursachen für eine Ovarialtorsion können vielseitig sein und die Diagnose ist präklinisch nicht immer eindeutig zu stellen.

  • Vergrößerung des Eierstocks / der Eierstöcke (z.B. durch  Ovarialzysten)
  • plötzliche, ruckartige Bewegungen
  • Einsatz von Hormonen, die den Eisprung auslösen

Bei Kindern liegen die Ovarien außerhalb des kleinen Beckens und sind daher besonders mobil und anfällig für die Erkrankung.

Symptome

  • Unterbauchschmerz, tlws. kolikartig (oft Stunden / Tage nach dem auslösenden Ereignis und dann plötzlich auftretend)
  • Schweißausbrüche
  • Tachykardie
  • Übelkeit / Erbrechen
  • Peritonismus

Therapie

Die rettungsdienstliche Therapie erfolgt symptomorientiert, anschließend sollte der Transport in eine Klinik mit gynäkologischer Fachabteilung erfolgen.

Bei (kolikartigen) Unterbauchschmerzen sollte eine Kombination aus Metamizol (Novalgin) als Analgetikum und bei Bedarf Butylscopolamin (Buscopan) als Spasmolytikum eingesetzt werden.

Bei Übelkeit und Erbrechen wird gemäß regionaler Vorgaben eine Antiemese durchgeführt.

Differentialdiagnostik


Quelle

Zuletzt aktualisiert am 24. August 2021 von Luca H.

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