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title: "Cannabis-Intoxikation"
url: "https://rd-factsheets.de/fs/cannabis-intoxikation/"
updated: "2025-09-22"
category: Intoxikation
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# Cannabis-Intoxikation

**Cannabis**gehört zu den der weltweit **am häufigsten konsumierten Drogen**. Der Hauptwirkstoff ist **Tetrahydrocannabinol (THC)**, das über das endogene Cannabinoidsystem wirkt und psychotrope sowie vegetative Effekte verursacht.

Die akute Cannabis-Intoxikation ist meist selbstlimitierend, kann aber zu ausgeprägter Angst/Panik, akuten psychotischen Symptomen, Störungen der Vigilanz und Ausfällen der kognitiven Kontrolle führen. Schwere Komplikationen sind bei klassischen Cannabisprodukten selten, können aber vor allem bei Mischintoxikationen auftreten.

## Ursache

Zu einer Intoxikation mit Cannabis kommt es in der Regel durch **bewussten Drogenmissbrauch**. Tetrahydrocannabinol (THC) ist der wichtigste psychoaktive Bestandteil von Cannabis. Seine Wirkung auf den Körper wird über das **endogene Cannabinoidsystem** vermittelt, insbesondere über CB1-Rezeptoren im Gehirn und CB2-Rezeptoren im Immunsystem.

Cannabis kann als **Marihuana** *(Cannabiskraut, bestehend aus getrockneten und zerkleinerten Blättern und Blüten)* oft gedreht als „Joint“ geraucht werden. Als **Haschisch***(Cannabisharz mit einem höheren THC-Gehalt)* wird es mithilfe von Wasserpfeifen geraucht oder als Gebäck („Haschkekse“) gegessen. Selten wird Cannabisöl, welches den höchsten THC-Gehalt aufweist, konsumiert.

Dabei stellt die **orale Aufnahme** als Gebäck oder durch Öle eine **besondere Gefahr für Überdosierungen** dar, da der Wirkeintritt im Vergleich zur Inhalation deutlich verzögert eintreten kann (30 – 120 Minuten) und mithin durch, vor allem unerfahrene Konsumenten, schwer kontrollierbar ist.

## Symptome

Die **Stärke und Ausprägung** der Symptome einer Intoxikation mit Cannabis sind **vom konsumierten Produkt, dem THC-Gehalt sowie der Einnahmeart abhängig** und können variieren. Bei vorbestehenden psychiatrischen Erkrankungen besteht ein erhöhtes Risiko für eine Verstärkung der folgenden psychischen Symptome:

- Angst & Panik
- Wahnvorstellungen & Halluzinationen
- desorganisiertes Denken
- Konzentrations- & Gedächtnisstörungen

Neben diesen psychischen Symptomen treten weitere Symptome bei einer Vielzahl von Patienten auf:

- Benommenheit / Sedierung
- Hypotonie
- Tachykardie
- Mundtrockenheit
- Augenrötung
- Übelkeit & Erbrechen
- Hyperphagie („Fressattacken“)

Bei Kindern können schon kleine orale Mengen zu starker Sedierung, Atemdepression (insbesondere bei Produkten mit hohem THC-Gehalt) und Kreislaufproblemen führen.

## Therapie

Die Therapie erfolgt aufgrund der Breite an möglichen Symptomen **symptomorientiert** nach dem ABCDE-Schema, die meisten Cannabis-Intoxikationen erfordern eine supportive Behandlung.

Die Patienten sollten **beruhigt**werden, hierzu kann es hilfreich sein eine Begleitperson mit einzubeziehen. Grundsätzlich empfiehlt sich eine **reizarme und ruhige Kommunikation** mit den Patienten.

Bei starker Agitation, Angst oder Panik, welche nicht durch Kommunikation gelöst werden kann, können **[Benzodiazepine](https://rd-factsheets.de/fs/medikamente/benzodiazepine/) zur Beruhigung und Sedierung** eingesetzt werden.

## Differentialdiagnostik

- [Intoxikationen](https://rd-factsheets.de/docs-tag/intoxikation/)mit anderen Substanzen
- akute Psychose oder Manie
- Hypoglykämie / Elektrolytstörungen

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## Quellen

- Britch, S. C., Walsh, S. L., Vickers-Smith, R., Babalonis, S. & Slavova, S. (2022). Cannabinoid Poisoning-Related Emergency Department Visits and Inpatient Hospitalizations in Kentucky, 2017 to 2019. *Substance Use & Misuse*, *58*(1), 66–76. [https://doi.org/10.1080/10826084.2022.2148478](https://doi.org/10.1080/10826084.2022.2148478)
- Eichhorn, D., Schaper, A., Iwersen-Bergmann, S., Ondruschka, B., Weber-Papen, S. & Bernhard, M. (2025). Cannabis-associated emergencies. *Deutsches Ärzteblatt International*. [https://doi.org/10.3238/arztebl.m2025.0074](https://doi.org/10.3238/arztebl.m2025.0074)
- European Union Drugs Agency (EUDA). (2024, 29. November). *European Drug Emergencies Network (Euro-DEN Plus): data and analysis*.[https://www.euda.europa.eu/publications/data-factsheet/european-drug-emergencies-network-euro-den-plus-data-and-analysis_en]( https://www.euda.europa.eu/publications/data-factsheet/european-drug-emergencies-network-euro-den-plus-data-and-analysis_en)
- Scherbaum, N. (2024). *Das Drogentaschenbuch* (7. Aufl.). Georg Thieme Verlag KG.
- Takakuwa, K. M. & Schears, R. M. (2021). The emergency department care of the cannabis and synthetic cannabinoid patient: a narrative review. *International Journal Of Emergency Medicine*, *14*(1). [https://doi.org/10.1186/s12245-021-00330-3](https://doi.org/10.1186/s12245-021-00330-3)
