Meningitis

Die Meningitis (Hirnhautentzündung) ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Rettungsdienstlich lässt sich eine Meningitis nur eingeschränkt feststellen. Die Symptome deuten auf eine Entzündung hin, müssen aber nicht immer zur Verdachtsdiagnose Meningitis führen.

Neben einer reinen Meningitis (Entzündung der Hirnhäute) kann es auch zu kombinierten Formen kommen. In Betracht kommen Kombinationen mit einer Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) oder einer Myelitis (Entzündung des Rückenmarks). Man spricht dann von einer Meningoenzephalitis oder einer Enzephalomyelitis.

Eine unbehandelte Meningitis kann zu Hirnödemen, Sepsis, einer Verbrauchskoagulopathie oder ARDS (acute respiratory distress syndrom) führen. Im schlimmsten Falle kommt es zum Waterhouse-Friderichsen-Syndrom.

Hirnhäute
Abb. 1: grafische Darstellung der Hirnhäute

Ursache

Es wird zwischen bakterieller und viraler Meningitis unterschieden.

Die bakterielle Meningitis wird häufig ausgelöst durch Meningokokken, Pneumokokken oder Haemophilus influenzae Typ b. Bei der viralen Meningitis gibt es eine Vielzahl möglicher Erreger.

Selten wird eine Meningitis durch Pilze, Parasiten oder durch nicht-infektiöse Ursachen ausgelöst.

Symptome

  • Fieber
  • Meningismus (Nackensteifigkeit)
  • Kopfschmerzen
  • Vigilanzminderung
  • Krämpfe
  • Erbrechen

Häufig treten zunehmende neurologische Auffälligkeiten wie Lichtscheue, Verwirrtheit, Paresen, Krämpfe und Unruhe auf. Bei Kindern zeigt sich eine Bewegungsarmut, Berührungsempfindlichkeit, Trinkschwäche, Blässe sowie Hautblutungen.

Mithilfe des Lasègue-, Kernig oder Brudzinski-Zeichen lässt sich die Diagnose Meningitis festigen.

Laségue-Zeichen

Der Patient wird flach auf dem Rücken gelagert, anschließend wird das gestreckte Bein im Hüftgelenk langsam passiv um 90° gebeugt. Sollten die Beugung nicht weiter als etwa 70 – 80° durchführbar sein, ist das Laségue-Zeichen positiv.

Kernig-Zeichen

Der Patient wird flach auf dem Rücken gelagert, anschließend werden die Beine bei gestrecktem Knie im Hüftgelenkt gebeugt. Sollten der Patient dabei aufgrund von Schmerzen die Knie beugen, ist das Kernig-Zeichen positiv.

Brudzinski-Zeichen

Der Patient wird flach auf dem Rücken gelagert, anschließend wird der Kopf im Nacken kräftig passiv gebeugt. Wenn der Patient die Knie anzieht, ist das Brudzinski-Zeichen positiv.

Therapie

Die Therapie erfolgt symptomorientiert nach dem ABCDE-Schema. Mögliche Krämpfe werden durchbrochen, Fieber wird gesenkt und es kann Volumen gegeben werden. Zwingend Eigenschutz beachten!

Klinisch erfolgt eine schnellstmögliche Antibiotikagabe gegen bakterielle Erreger, sowie eine Therapie mit Aciclovir gegen virale Erreger.

Differentialdiagnostik


Quelle

Zuletzt aktualisiert am 21. Juni 2021 von Luca H.

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