Ketoazidose

Eine Ketoazidose bezeichnet die Übersäuerung (Azidose) des Körpers durch das Anfallen von Ketonkörpern. Diese entstehen, wenn aufgrund von absolutem Insulinmangel keine Glukose mehr nach intrazellulär gelangt. Um trotz des Glukosemangels Energie für die Prozesse in der Zelle herzustellen kommt es zur Lipolyse. Fettsäureketten werden zerkleinert um aus ihren Bestandteilen Energie zu gewinnen. Dabei fallen allerdings auch Ketonkörper an, die für eine pH-Wert-Verschiebung sorgen und so zu einer Übersäuerung führen.

Ursache

Der Körper benötigt zur Aufrechterhaltung der intrazellulären Prozesse ständig Energie. Diese wird vorwiegend durch den Abbau von Glukose gewonnen. Hierzu muss die Glukose allerdings zuerst in die Zellen gelangen – der Schlüssel hierfür ist das Insulin. Es ermöglicht der Glukose aus dem Blut in die Zelle transportiert zu werden um anschließend in den Mitochondrien “verarbeitet” zu werden.

Bei einem absoluten Insulinmangel (Diabetes Typ 1) kann die Glukose nicht mehr aus dem Blut in die Zellen gelangen. Da ohne Energie alle überlebenswichtigen Prozesse in der Zelle zum Stillstand kommen, greift sie auf einen weiteren Energielieferanten zurück: Fettsäuren. Durch den Abbau von Fettsäuren entstehen energiereiche Produkte, die im Mitochondrium weiterverarbeitet werden können. Neben den gewollten energiereichen Produkten entstehen im Mitochondrium allerdings auch ungewollte Ketonkörper. Diese geben Protonen ab und sorgen so für eine pH-Wert-Verschiebung im Sinne einer metabolischen (stoffwechselbedingten) Azidose.

Abb. 1: “Zerlegung” der Fettsäure und Bildung von Ketonkörpern

Symptome

  • Acetongeruch der Ausatemluft
  • Kußmaulatmung
  • Vigilanzminderung bis zum Coma diabeticum
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Durstgefühl/Polyurie (durch Hyperglykämie)

Therapie

In der Präklinik beschränkt sich die Therapie auf die Gabe von Vollelektrolytlösungen, um den Flüssigkeitsverlust durch die Hyperglykämie auszugleichen. Von einer Senkung des Blutzuckers sollte dringend abgesehen werden, da es durch unkontrollierte Insulingabe unter anderem zu lebensbedrohlichen Elektrolytverschiebungen kommen kann.

Differentialdiagnostik

  • Hyperosmolares Koma

Quelle

  • https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/endokrine-und-metabolische-krankheiten/diabetes-mellitus-und-andere-st%C3%B6rungen-des-kohlenhydratstoffwechsels/diabetische-ketoazidose-dka