Synkope

Eine Synkope ist definiert als kurzzeitiger Bewusstseinsverlust durch eine vorübergehende Minderdurchblutung des Gehirns. Die Synkope setzt meist rasch ein, ist von kurzer Dauer und es kommt zu einer spontanen und vollständigen Erholung ohne Folgeschäden für den Patienten.

Ursache

Eine Synkope kann verschiedene Ursachen haben, deshalb unterscheidet man zwischen orthostatische und kardiogene Synkopen sowie zwischen Reflexsynkopen. Wichtig ist, die Begriffe Ohnmacht/Synkope und Kreislaufkollaps nicht synonym zu verwenden, da es bei letzterem nicht zu einer Bewusstlosigkeit kommt.

orthostatische Synkope

  • fehlende bzw. langsame Lagewechsel (z.B. Aufstehen nach längerem Liegen) oder venöses Pooling in den Beinen (z.B. langes Stehen)
    • „Versacken“ von Blut in den Beinen -> verringerte Vorlast, Abfall des HZV & RR
    • Gegenregulation durch Sympathikus -> kurzfristige Steigerung der HF, der Herzkontraktion und des peripher-arteriellem Widerstand
    • übersteigerte Kontraktion des Herzens aktiviert N. vagus ->Vasodilatation inkl. Abfall der HF & RR
    • Minderdurchblutung des Gehirns -> Bewusstlosigkeit
    • Patient liegt, Neuverteilung des Blutes -> Patient kommt wieder zu Bewusstsein
  • Häufigkeit: vor dem 40. Lebensjahr sehr selten, tritt vor allem bei alten Patienten auf

kardiogene Synkope

  • durch Arrhythmien oder strukturelle Schäden am Herz
  • häufig fehlende Prodromi (Warnsymptome)
  • extremen Fall: rhythmogenen Synkope:
    • nur Sekunden andauernder Herzstillstand (z.B. durch intermittierende VT / AV-Block III°)
    • Patient wird sofort bewusstlos und wacht später auf, ohne etwas mitbekommen zu haben-> akute Lebensgefahr, Reanimationsbereitschaft!
  • Häufigkeit: zweithäufigste Form der Synkope, bei Patienten mit Vorerkrankungen exponentiell höheres Auftreten

Reflexsynkope

  • vasovagale Synkope in Verbindung mit orthostatischen Synkope (s.o.)
  • situative Synkope durch Vagusaktivierung (häufig beim Pressen bei Stuhlgang und kräftigem Husten)
  • Karotissinus-Synkope, durch Reizung des hochempfindlichen Karotissinus (z.B. beim Krawatte binden oder bei zu eng anliegenden Hemden)
  • Häufigkeit: häufigste Form der Synkope, tritt vor allem bei jungen Menschen auf

Symptome

  • kurzzeitige Bewusstlosigkeit
  • auffällige Blässe
  • Prodromi (Warnsymptome vor der Synkope):
    • Leere im Kopf
    • Wärmegefühl
    • Schwindel
    • Scheißausbruch
    • Schwarzwerden / Punkte sehen vor den Augen
  • Symptomatik eines kurzen Krampfanfalls (allerdings ohne Nachschlafphase und Verlust der Orientierung)

Wichtig ist auf Begleitverletzungen durch Sturzgeschehen zu suchen, hierfür ist eine STU unvermeidbar!

Therapie

In der Regel sind die Patienten beim Eintreffen des Rettungsdienstes bereits wieder bei Bewusstsein. Zuerst sollte eine STU durchgeführt werden, um Sturzverletzungen zu diagnostizieren. Anschließend sollte die Art der Synkope eingeschätzt werden, hierfür in eine Anamnese mit folgenden Punkten wichtig:

  • Ablauf: mit / ohne Prodromi, durch Sturz, Kreislaufdysregulation?
  • auslösende Situation: langes Stehen, beim Pressen, nach dem Aufstehen?
  • Vorerkrankungen: Herz-Kreislauf-System, Medikamente?
  • bereits bekannte Synkopen: Grund, bereits abgeklärt?

Anschließend Standardmonitoring mit Puls, RR, SpO2 und EKG. Eine BZ-Messung zum Ausschluss einer Hypoglykämie ist zwingend erforderlich. Ein Transport ins KH kann bei bekannter, bereits als harmlos diagnostizierter Synkope in der Regel unterbleiben.


Quellen

Zuletzt aktualisiert am 24. Juli 2020 von Luca H.

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