Schenkelhalsfraktur

Bei einer Schenkelhalsfraktur (= Oberschenkelhalsfraktur) kommt es zu einem Knochenbruch im Bereich des Übergangs vom Hüftkopf zum Schaft des Oberschenkelknochens. Der Betroffene kann das Bein nicht mehr belasten und ist stark bewegungseingeschränkt. Hinzu kommen unter Umständen starke Schmerzen. Der Rettungsdienst wird häufig in Folge von Stürzen bei Senioren mit der Schenkelhalsfraktur konfrontiert. Nicht selten handelt es sich um eine komplexe Einsatzsituation, da Patienten aufgrund der starken Schmerzen nur schwer ohne Analgesie gerettet werden können.

Ursache

Die Schenkelhalsfraktur betrifft in der Regel ältere Patienten, aber auch junge Patienten können beim Sport oder bei einem Hochrasanztrauma betroffen sein. Dennoch ist die häufigste Ursache ein Sturz, meisten aus normaler Höhe im Stehen auf harten Untergrund. Dieser kann als Bagatellereignis im Alter oder in Folge von internistischen Problemen (Synkope, Schlaganfall, etc.) aufgetreten.

  • Sturz auf Hüfte (mit oder ohne internistische Ursache)
  • ohne adäquates Trauma bei Tumor oder Osteoporose
  • Hochrasanztraumen (Verkehrsunfall, Sturz aus Höhe)
  • Sturz beim Sport

Symptome

  • Schmerzen in der Hüfte / Leiste, ausstrahlend in Becken / Knie
  • Beinverkürzung und / oder Außenrotation
  • Bein kann nicht gestreckt werden
  • Gehen und Stehen nicht möglich
  • Blutergüsse und Schwellungen über dem Hüftgelenk

Therapie

Grundsätzlich sollte ein zügiger Transport in ein Krankenhaus organisiert werden, da die Schenkelhalsfraktur eine lebensbedrohliche Verletzung darstellt. Rund 20% aller Patienten mit einer proximalen Femurfraktur versterben innerhalb eines Jahres nach dem Unfall, eine verzögerte Behandlung erhöht dieses Risiko.

Als Notfallmaßnahmen sollten durchgeführt werden:

  • keine (!) Reposition
  • falls nötig: Analgesie
  • Polsterung des betroffenen Beins

Zur Rettung und zum Transport empfiehlt sich:

  • schonende Rettung unter leichtem Längszug am Bein
  • Rettung mithilfe der Schaufeltrage
  • verletztes Bein mit leicht gebeugtem Hüftgelenk lagern
  • Lagerung auf Vakuummatratze

Diskussion: Beckenschlinge

Eine Beckenschlinge ist bei einer alleinigen Schenkelhalsfraktur regelmäßig nicht indiziert. Der Einsatz der Beckenschlinge sollte aber immer dann erfolgen, wenn es sich um ein Hochrasanztrauma oder einen Sturz aus > 3 m handelt und es Hinweise für eine Beckenverletzung gibt. Eine Entscheidungshilfe bietet dieser Entscheidungspfad des DBRD: Entscheidung – Anlage einer Beckenschlinge (DBRD 2021)

Differentialdiagnostik

  • Hüftprellung
  • diverse andere Frakturen der Hüfte
  • Beckenfrakturen
  • knöcherner Sehnenausriss am Becken

Quelle