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title: "Alkohol-Intoxikation"
description: "Die Alkoholintoxikation (häufig auch \"C2-Intox\" genannt) ist einer der häufigsten Vergiftungen, welche Einsätze des Rettungsdienstes ausmacht. Gerade bei diesem Notfallbild ist es wichtig, anderen Erkrankungen nicht zu übersehen."
url: "https://rd-factsheets.de/fs/c2-intox/"
updated: "2025-03-17"
category: Intoxikation
tags:
  - Alkohol
  - Bewusstseinsstörung
  - Erbrechen
  - Erregungszustand
  - Hypoglykämie
  - Intoxikation
  - Mischintox
  - Übelkeit
  - Vigilanzminderung
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# Alkohol-Intoxikation

Die Alkoholintoxikation (häufig auch "C2-Intox" genannt) ist einer der **häufigsten Vergiftungen**, welche Einsätze des Rettungsdienstes ausmacht. Gerade bei diesem Notfallbild ist es wichtig, **anderen Erkrankungen nicht zu übersehen**.

Patienten mit Alkoholintoxikation sind in jeder Altersgruppe zu finden, da Alkohol in der Gesellschaft weit verbreitet ist. Der Übergang von Genuss bis hin zur Intoxikation ist häufig fließend und wird oft nicht rechtzeitig bemerkt.

## Ursache

**Alkohol wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem**, wobei sich die Resorptionszeit nach oraler Aufnahme je nach Magenfüllung zwischen 0,5 bis 3 Stunden unterscheidet.

Wichtig ist es, die **Einnahmeart des Alkohols festzustellen**. Häufig kommt es gerade bei Jugendlichen zur Einnahme abseits des oralen Weges. Gerade bei dieser Patientengruppe ist die Aufnahmen über die Schleimhaut im Rahmen von Alkopops für ihren sehr schnellen Wirkeintritt bekannt. Bei Personen mit Gewöhnungseffekt kann die Wirkung auch deutlich später oder gar nicht auftreten.

Der **Grund für die Einnahme von Alkohol sollte immer genau in der (Fremd-)Anamnese beleuchtet** werden, um mögliche Differenzialdiagnosen zu prüfen. So ist die Alkoholintoxikation im Rahmen einer psychischen Ausnahmesituation (z.B. familiäre Probleme, Trennung, Frust, Stress) unter Umständen auch **mit der Einnahme anderer Substanzen (Mischintox) verbunden** und macht eine angepasste Therapie notwendig.

Nicht selten kommt es auch zu Suizidversuchen in Verbindung mit Alkohol, Benzodiazepinen oder anderen Medikamenten.

## Symptome

Grundsätzlich wird der Alkoholgehalt an der Blutalkoholkonzentration (BAK) bestimmt, welche in Promille (%o) angegeben wird. Anhand dieser lässt sich die Intoxikation in Stadien mit Symptomen einteilen.

| **BAK** | **Stadium** | **Symptome** |
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| 0,5 - 1,5 %o | **Stadium I**Exzitatorisches Stadium | Euphorie, Redseligkeit, Gang- & Koordinationsstörung |
| 1,5 - 2,5 %o | **Stadium II**Hypnotisches Stadium | Enthemmung, Aggressivität, Sprachstörung (Lallen), Übelkeit & Erbrechen |
| 2,5 - 3,5 %o | **Stadium III**Narkotisches Stadium | Bewusstseinsverlust, Hypoglykämie |
| > 3,5 %o | **Stadium IV**Asphyktisches Stadium | Koma, Schmerzfreiheit, Erlöschen von Schutzreflexen, Atem- & Kreislaufprobleme, Herz-Kreislauf-Stillstand |

## Therapie

Gemäß der ABCDE-Herangehensweise wird eine erste **90-sekündigen ABCDE-Diagnostik** durchgeführt. Zudem ist ein **vollständiges Monitoring** erforderlich, um eventuelle Begleiterkrankungen zu erkennen.

Basismaßnahmen sind hierbei die **Sicherung der Atemwege** durch Überstrecken des Kopfes, ggf. Esmarch-Handgriff und Lagerung in der stabilen Seitenlage. Es sollte zwingend eine **Absaugbereitschaft** hergestellt werden, da Patienten mit Alkoholintoxikation zu Erbrechen neigen und eine Aspiration verhindert werden muss.

Bei einer niedrigen Glukosekonzentration im Blut sollte eine **Behandlung der**[**Hypoglykämie**](https://rd-factsheets.de/fs/hypoglykaemie-2/) erfolgen. Zudem sollte ein i.v.-Zugang angelegt werden und **bei Bedarf eine Flüssigkeitsgabe** erfolgen. Die Gabe von Aktivkohle ist kontraindiziert.

Wenn die Patienten bewusstlos sind sollte eine **STU durchgeführt** werden, um keine Begleitverletzungen zu übersehen. Eine **Pupillenkontrolle** kann Aufschluss über ein vorliegendes [Schädel-Hirn-Trauma (SHT)](https://rd-factsheets.de/fs/schaedel-hirn-trauma/) geben oder ein Hinweis auf die Einnahme von weiteren Substanzen sein.

*Diskussion: Glasgow-Coma-Scale (GCS) & Intubation*

*Der Glasgow-Coma-Scale wird für die Bewertung von Schädel-Hirn-Traumen (SHT) genutzt und ist aus diesem Grund nicht 1:1 auf eine Alkoholintoxikation anzuwenden. Er sollte nicht als stumpfe Vorgabe gesehen werden, sondern je nach Lagebild als Hilfe zur Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung weiterer vorliegender Aspekte gesehen werden.*

*Nicht zu vergessen ist, dass eine Intubation jeder Alkoholintoxikation zum Einen das, in einigen Gebieten Deutschland sowieso schon knappe, Notarztsystem zur Überlastung führen würde und zum Anderen die Klinikstruktur überlasten würden.*

## Transportverweigerung

Es kann dazu kommen, dass Patienten während der Behandlung aufklaren und eine Behandlung oder einen Transport verweigern. **Patienten mit Alkoholintoxikation sind nicht oder nur beschränkt geschäftsfähig** und können aus diesem Grund die Konsequenzen der eigenen Entscheidung nicht abschätzen. Im Zweifel sollte die Polizei oder ein Notarzt nachgefordert werden.

*Hierzu empfiehlt sich der Fachtext "**[Transportverweigerung im Rettungsdienst](https://rd-factsheets.de/transportverweigerung/)**"!*

## Differentialdiagnostik

- [Hypoglykämie](https://rd-factsheets.de/fs/hypoglykaemie/)
- [Schädel-Hirn-Trauma](https://rd-factsheets.de/fs/schaedel-hirn-trauma/)
- [Krampfanfall](https://rd-factsheets.de/fs/krampfanfall/)
- [Intoxikationen](https://rd-factsheets.de/fs/erkrankungen/intoxikation/)

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## Quellen

- Kuhnke, R. & Ahne, T. (2019). Alkoholintoxikation – Das sollten Sie wissen für die Ergänzungsprüfung. *retten!*, *8*(04), 244–250. [https://doi.org/10.1055/a-0865-8357](https://doi.org/10.1055/a-0865-8357)
- Enke, K., Flemming, A., Hündorf, H.-P., Knacke, P. G., Lipp, R. & Rupp, P. (Hrsg.). (2015). *Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin: Patientenversorgung und spezielle Notfallmedizin* (5. Aufl., Bd. 1). Edewecht, Niedersachsen: Stumpf + Kossendey.
