Salbutamol (SABA)

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Wirkstoff: Salbutamol
Substanzklasse:
β2-Sympathomimetikum, SABA (Short-acting-β2-agonist)

Handelsname: Salbutamol | SalbuHEXAL® | Sultanol®
-> Phiole á 1,25 mg / 2,5 ml
-> Dosieraerosol á 0,1 mg / Sprühstoß

Übersichtstabelle

INDIKATION

Asthma bronchiale / COPD / Anaphylaxie

Dosierung Erwachsene / Kinder

2,5 – 5 mg inhalativ
(0,05 mg/kgKG i.v.)

1 Sprühstoß des Dosieraerosols

KONTRAINDIKATION

  • ausgeprägte Tachykardie
  • bereits eingesetzte hohe Dosen anderer Bronchospasmolytika (z.B. Fenoterol)
  • Überempfindlichkeit

CAVE

  • Tachykardie als relative Kontraindikation, Abschätzung ob diese nur Symptom der Atemnot ist
  • eine höhere Dosierung führt nicht zu vermehrter Bronchospasmolyse, sondern verstärkt lediglich die kardialen Nebenwirkungen!

Schwangerschaft / Stillzeit

  • bei Notfallindikation keine Besonderheiten, außer strenge Indikationsstellung vor der Geburt (wehenhemmende Wirkung)

Wirkung

Salbutamol wirkt agonistisch an den β2-Rezeptoren der Bronchialmuskulatur und sorgt für eine Bronchodilatation und Bronchospasmolyse. Es hemmt die Freisetzung von broncho-konstriktorischen Mediatoren bei allergischen Reaktionen und führt so zu einer Beendigung des Asthmaanfalls bzw. der allergischen Reaktion. Durch die Förderung der Flimmerbewegung des Flimmerepithels sorgt es zusätzlich für einen leichteren Schleimauswurf.

β2-Rezeptoren sind in vielen glatten Muskelzellen des Körpers vorhanden, u.a. am Uterus. In der Schwangerschaft ist eine strenge Indikationsstellung nötig, um eine Erschlaffung des Uterus und eine damit einhergehende Wehenhemmung (Tokolyse) zu verhindern. Die Wirkung ist allerdings nicht vollständig selektiv, es werden auch β1-Rezeptoren am Herzen stimuliert, weshalb es zur Steigerung der Herzfrequenz kommt.

Bei obstruktiver Atemnot kann Salbutamol mit m-Cholinrezeptor-Antagonisten (z.B. Ipratropiumbromid) kombiniert werden. Die Gabe von Salbutamol muss hier allerdings zwingend vor der Gabe von Atrovent erfolgen!

Nebenwirkungen

  • Unruhe & Zittern
  • Tachykardie
  • Wehenhemmung (Tokolyse)

Wechselwirkung

Wirkungsverstärkung durch:
-> andere Sympathomimetika (CAVE: bereits eingenommene Eigenmedikation)
-> gleichzeitige Therapie mit MAO-Hemmer / trizyklischen Antidepressiva -> vermehrte Nebenwirkungen im Herz-Kreislauf-System

Wirkungsabschwächung durch:

  • Therapie mit β-Blockern (gegenseitige Wirkungsabschwächung)

Pharmakologie

  • Wirkeintritt: 1 – 3 Minuten
  • Wirkdauer: bis zu 4 Stunden

Quellen

Zuletzt aktualisiert am 4. Juni 2021 von Luca H.

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