Glaukomanfall

Bei einem akuten Glaukomanfall kommt es zu einer massiven Erhöhung des Augeninnendrucks durch eine plötzlich auftretende Abflussstörung des Kammerwassers. Es handelt sich bei diesem Glaukom um ein Winkelblockglaukom. Die Therapie muss so schnell wie möglich eingeleitet werden, da es zu einer dauerhaften Erblindung kommen kann.

Ursache

Aufgrund einer plötzlichen Verlegung des Kammerwinkels (Winkelblock) (z.B. durch die Regenbogenhaut infolge von Medikamenten- oder Drogeneinnahme) kann das Kammerwasser nicht mehr durch die Schlemmkanäle abfließen. Es kommt zu einer Abflussstörung in deren Folge der Augeninnendruck erhöht wird. Im Augeninneren kommt es nun zu einem erhöhtem Druck auf die Augenrückseite und damit auf den Sehnerv. Dieser wird beschädigt und es kann zu “blinden Flecken” oder einer kompletten Erblindung kommen.

Ein empfehlenswertes Video zum Thema ist hier zu finden: MSD Manual – Glaukom

Symptome

Bei einem Glaukomanfall entstehen die Symptome plötzlich und verschlimmern sich rapide, wobei in der Regel nur ein Auge betroffen ist. Die Schmerzen können dabei auch in nicht betroffene Körperregionen (z.B. das Abdomen) ausstrahlen und eine Diagnose so erschweren.

  • dumpfer Schmerz im Auge (ggf. auch Kopfschmerzen, Schmerzen der betroffenden Gesichtshälfte, Zahnschmerzen, Bauchschmerzen)
  • akute Sehverschlechterung, Sehen von Regenbogenringen
  • gerötetes und hartes Auge
  • getrübte Hornhaut
  • Pupille kann entrundet, weit und / oder lichtstarr sein
  • Übelkeit & Erbrechen
  • Herzrhythmusstörungen
Abb. 1: Akutes Winkelblockglaukom des rechten Auges (links dargestellt) mit deutlicher Rötung und mittelgroßer, lichtstarrer Pupille

Therapie

Der Rettungsdienst besitzt keine Möglichkeit zur Therapie von akuten Glaukomanfällen. Aus diesem Grund sollte der Patient zügig einer Fachklinik für Augenheilkunde mit OP-Bereitschaft zugeführt werden. Die Therapie sollte symptomatisch erfolgen, so kann gegen Übelkeit und Erbrechen Dimenhydrinat oder Droperidol verabreicht werden, siehe hierzu: Übelkeit & Erbrechen (DBRD). Zur Analgesie und Beruhigung können Opioide und Benzodiazepine eingesetzt werden.

Eine direkte medikamentöse Therapie des Winkelblockglaukoms wird hier nicht weiter angesprochen, da die notwendigen Medikamente nur selten auf den Rettungsmitteln mitgeführt werden.

CAVE: Keine Gabe von Atropin, Metoclopramid (MCP) oder anderen Parasympatholytika. Durch die Hemmung des Parasympathikus kommt es zu einer Weitstellung der Pupillen (Mydriasis), welche den Abfluss des Kammerwassers blockiert und den Augeninnendruck weiter erhöht!

Differentialdiagnostik

  • Kopfschmerzen
  • Migräne

Quelle