Atropin

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Wirkstoff: Atropinsulfat
Substanzklasse:
Parasympatholytikum

Handelsname: Atropinsulfat | Atropinum
->  Ampulle á 0,5 mg / 1 ml
->  Ampulle á 1 mg / 1 ml
->  Ampulle á 2 mg / 1 ml
-> Ampulle á 100 mg / 10 ml

Übersichtstabelle

INDIKATION

Lebensbedrohliche Bradykardie

 Alkylphosphat-Intoxikation

Dosierung Erwachsene

initial 0,5 mg i.v.
(Steigerung auf max. 3 mg)
initial 5 mg i.v.
(Steigerung bis Wirkeintritt, max. 100 mg)

Dosierung Kinder

0,01 mg / kgKG i.v.
(max. zwei Wiederholungen nach 10 Minuten)
0,01 mg / kgKG i.v.
(Wiederholung mit 0,1 mg / kgKG)

KONTRAINDIKATION

-> im Notfall keine!
  • Tachykardie
  • Engwinkelglaukom
  • Überempfindlichkeit

CAVE

CAVE: Dosierung unter 0,5 mg führt häufig zu paradoxen Reaktionen!
  • bei höhergradigen AV-Blöcken möglicherweise ohne Wirkung
  • Antidot bei Überdosierung ist Physostigmin

Schwangerschaft / Stillzeit

  • nur bei zwingender Notfallindikation ohne Alternativen
  • in der Stillzeit nach der Gabe zwingend abstillen

Hinweis bei Alkylphosphat-Intoxikation:

Im Rahmen der Alkylphosphat-Intoxikation wird Atropin bis zum sichtbaren Wirkeintritt (verminderte Schweiß- und Speichelproduktion, Mydriasis) verabreicht. Initial erfolgt die Gabe von 5 mg Atropin, welche je nach Dauer der Giftexposition auf bis zu 100 mg erhöht werden muss.

Wirkung

Atropin hemmt als Parasympatholytikum den Einfluss des Parasympathikus auf die Organfunktionen. Es blockiert muskarinerge Rezeptoren des Parasympathikus und verdrängt als kompetitiver mCholin-Rezeptor-Antagonist Acetylcholin von den Rezeptoren. In der Folge sinkt der Einfluss des Parasympathikus und der Einfluss des Sympathikus überwiegt. Dadurch entfaltet es an verschiedenen Organen u.a. diese Wirkungen:

  • Herzfrequenzsteigerung
  • beschleunigte Erregungsweiterleitung am Herz
  • Bronchodilatation
  • verminderte Schweiß- und Speichelbildung
  • Spasmolyse (Erschlaffung der glatten Muskulatur)
  • Mydriasis

Nebenwirkungen

  • Tachykardie
  • Mydriasis
  • Akkommodationsstörungen (Störung der Nah- und Fernwahrnehmung)
  • Mundtrockenheit

Wechselwirkung

Wirkungsverstärkung von:
-> Anticholinergika (u.a. tri- und tetrazyklischen Antidepressiva, Antihistaminika, Neuroleptika)

Pharmakologie

  • Wirkeintritt: 1 – 3 Minuten
  • Wirkdauer: ~ 2 Stunden

Quellen

Zuletzt aktualisiert am 7. Juni 2021 von Luca H.

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