Amiodaron

Wirkstoff: Amiodaron
Substanzklasse:
Klasse-III-Antiarrhythmikum

Handelsname: Cordarex® | Amiodaron
-> Ampulle á 150 mg / 3 ml

Übersichtstabelle

INDIKATION

Reanimation
(nach der 3. therapierefraktären Defibrillation)

lebensbedrohliche Tachykardie

Dosierung Erwachsene

300 mg i.v. als Bolus

Repetition von 150 mg nach der 5. therapierefraktären Defibrillation

300 mg als KI über 20 min

in 5%iger Glukoselösung

Dosierung Kinder
(ab 3 Jahren)

5 mg / kgKG i.v.

Repetition von 5 mg / kgKG nach der 5. therapierefraktären Defibrillation

5 mg / kgKG i.v. als KI über 20 min

in 5%iger Glukoselösung

KONTRAINDIKATION

  • bei Reanimation keine
  • Schildrüsenerkrankungen
  • QT-Verlängerungen
  • Hypokaliämie
  • Jodallergie
  • Hypotonie
  • Herzinsuffizienz / Kardiomyopathie
  • Behandlung mit MAO-Hemmern / Präparaten, die eine Torsade-de-pointes-Tachykardie auslösen können (s.u.)
  • Überempfindlichkeit

Schwangerschaft / Stillzeit

  • bei Reanimation keine Besonderheiten
  • nur bei zwingender Notfallindikation ohne Alternativen
  • in der Stillzeit nach der Gabe zwingend abstillen

Wirkung

Amiodaron wirkt hauptsächlich als Klasse-III-Antiarrhythmikum, weist jedoch vereinzelt auch Eigenschaften anderer Klassen auf. Im Rettungsdienst wird es standardmäßig im Rahmen der Reanimation bei therapierefraktärem Kammerflimmern oder einer pulslosen ventrikulären Tachykardie (pVT) nach der 3. erfolglosen Defibrillation eingesetzt, eine Repetition erfolgt nach der 5. erfolglosen Defibrillation.

Als Klasse-III-Antiarrhythmikum hemmt Amiodaron spannungssensitive Kaliumkanäle im Myokard, wodurch es zu einem verzögerten Kaliumausstrom während der Repolarisationsphase des Aktionspotenzials kommt. Hierdurch wird die Repolarisationsdauer und die Refraktärzeit ebendieses verlängert und Re-Entry-Mechanismen unterbunden. Die Herzfrequenz sinkt, im Rahmen der Reanimation steigt die Chance auf eine erfolgreiche Defibrillation mit Erreichen eines ROSC (return of spontaneous circulation).

Nebenwirkungen

  • Sinusbradykardie
  • EKG-Veränderung (u.a. Torsaden)
  • Hypotonie
  • Übelkeit / Erbrechen
  • Flush (Hautrötung)

Wechselwirkung

schwere Nebenwirkungen durch:
-> Kombination mit Präparaten, die eine Torsade-de-pointes-Tachykardie auslösen können oder die QT-Zeit verlängern (z.B. MAO-Hemmer, Antiarrhythmika der Klassen I und III)
-> kaliumausschwemmende Diuretika (erhöhtes Risiko einer Hypokaliämie)

Pharmakologie

  • Wirkeintritt: 2 – 5 Minuten
  • Wirkdauer: ~ 15 Minuten (verbleibt jedoch mehrere Monate im Körper)

Quellen

Zuletzt aktualisiert am 18. August 2021 von Luca H.

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